leseprobe
"Ode an das ... "

Oh Elbhangfest Du,
Fest, Du edles,
umwehet vom Duft
aus Myrrhe und Bratwurst,
längs der Elbe
hingebrettert
auf magische Linie,
in der
in wonniglichem Kusse vereint
der Hang und das Tal
Elbhangfest
Du einst nicht dagewesenes
heraufgezogen und geworden
nachdem
die roten Banner
schwanden
und bunte Schilder Dir
lobpreisen
was ist
Glück
nun. ...
Kasperpuppen,
Riesenmützen.
Bio-Suppen,
Nackenstützen.
Fensterkitt
und Edelsteine,
Scherenschnitt
und Elbhangweine,
Hase in echt
und Hase verkehrt:
Alles ist da,
was dein Herz nur begehrt!
Kleider aus Leinen,
wo den Bauch du nicht siehst.
Wo Doppelkinn, Busen
und Hinterteil
zu einer einzigen,
wunderbaren Linie verfließt.
Vasen und Krüge
und Teller und Tassen.
"Schaunse sichs an!
Könns ooch anfassen!" ...
Und die Musik an der Sektbar wird leiser,
und nachdem sie noch mal
ganz laut geworden ist,
geht sie zu Ende.
Und Anatol hält
noch immer Stephanies Hände.
Und die Oma sagt: „War das schön.“
Und die Tochter nickt.
Und der Schwiegersohn auch.
Einem Grillfeuer entkringelt sich
ein letzter Rauch.
Ein letztes Lachen entspringt einer Kehle
und steigt jubilierend in die Elbsommernacht.
Alle sind nun nach Haus.

Das Fest ist aus.